Interview mit Bürgermeister Blasig im November 2004/Teltowkanal

Wo ist die Ursache?

Ja , ich glaube, da herrschen doch ein Paar Mißverständnisse vor. Der Förderverein hat sich gegründet und wir haben intensiv miteinander zusammengearbeitet. Ich bin selbst Mitglied in diesem Förderverein und habe die Satzung sehr genau studiert. Die Ziele des Vereins sind auch absolut meine Ziele, auch sind es die Ziele vieler Menschen der Region,dieses Freibad in den Kiebitzbergen zu erhalten,was ja tatsächlich in die Jahre gekommen ist, große Investitionen sind notwendig, es geht um den Erhalt, um die Sanierung, teilweise um Investitionen, mit dem Ziel es für die Menschen der Region und unsere Gäste vorzuhalten.
Da sind wir absolut einer Meinung. der Weg dorthin ist zu beschreiten. Da hat die Wohnungsbaugesellschaft, die im Moment das Freibad verwaltet, Gutachten in Auftrag gegeben. Der Förderverein war tätig und nun muss man mit diesen Materialien umgehen und nach Lösungen suchen, was ist denn die intelligenteste Methode, was ist die Methode, die auch nachhaltig ist, um das Schwimmbad nicht nur über den Winter zu bringen und über den nächsten Winter und auch den nächsten Winter zu bringen, was wir schon seit 15 Jahren tun, sondern eine nachhaltige Lösung zu finden.
Da gibt es sehr unterschiedliche Wege, die miteinander diskutiert werden müssen und beschritten werden müssen.
Dieser Vorwurf, Fördermittel nicht aquiriert zu haben, also das ist nicht ganz seriös. Es ist ja auch dem Förderverein klar, wir waren ja auch zusammen im Ministerium beim Staatssekretär und haben den Staatssekretär in unsere Gedankenwelt miteinbezogen und der Staatssekretär hat zugesagt in seinem Hause mal zu prüfen, inwieweit denn noch Lottomittel zur Verfügung ständen und Kenner der Szene wußten natürlich, dass diese Mittel auch relativ rar sind und mitten im Haushaltsjahr doch schon verteilt sind.
Es geht darum, was ist in Zukunft zu tun, worauf kann man in Zukunft hoffen, da wurden einige Hinweise gegeben und die werden nicht aus den Augen verloren.

Nun muss man natürlich sehen, dass die finanzielle Situation des Landes Brandenburg sich nicht von Jahr zu Jahr verbessert sondern, wer nun aufmerksam studiert, vor welchen Aufgaben sich das Land Brandenburg jetzt und in Zukunft befindet, weiss das dort auch diese Fördermittelschiene nicht das sein wird, was das Bad alleine retten kann.
Ich will nicht in Abrede stellen, die Fördermittel, ggf. Möglichkeiten, diese zu aquirieren,ggf. Auch Private miteinzubeziehen, sollte man nicht aus den Augen lassen.

Was hat überhaupt zu dem Unmut geführt?

Es wurde an die Gemeinde Kleinmachnow ein interessanter Vorschlag herangetragen, nämlich ob man darüber nachdenken möchte, dieses Sportareal in den Kiebitzbergen als Gesamtheit zu sehen.

Ein Privater ist nämlich der Meinung, dass man durch einen Betrieb des Sportforums und des Schwimmbades aus einer Hand deutlich Synergien erzielen könnte, die zwei Betreiber nebeneinander her nicht hätten und dass man mit dieser Art des Betriebes, dem gemeindlichen, es ist im Moment der Zuschuss der Gemeinde Kleinmachnow, Zuschussbedarf über die Jahre nicht mehr bräuchte. Das ist eine interessante Idee. Der Idee muss man sich erstmal stellen und nichts weiter ist passiert.
Die Gemeindevertreter der Gemeindevertretung Kleinmachnow, waren vertreten durch die Fraktionsvorsitzenden bzw. deren Vertreter, haben sich die Idee angehört und haben gesagt, wirkt interessant, sollte man insofern weiter verfolgen. Der Investitionswillige hat den Auftrag bekommen, nun seine Idee zu verfeinern, insbesondere auch, was die Zukunft des Schwimmbades von ihm vorzuschlagende bauliche Veränderungen
Wie würde es sich dann mit Eintrittspreisen entwickeln usw.,usw. Das soll er erarbeiten und vorstellen.
Er wurde weiterhin darauf hingewiesen, dass es diesen Förderverein gibt, dass es eine starke Bewegung in der Region gibt, die dieses Bad erhalten möchte, was, wo man sich vorstellen kann, worüber sich der Investor gefreut hat, dass sind ja keine schlechten Randbedingungen

An dieser Stelle sind wir, keinen Schritt weiter. Keiner möchte ein Schwimmbad für einen Euro weggeben, nur um das Problem nicht mehr zu haben. Da komme ich wieder zum Anfang meiner Überlegung, als Förderer dieses Freibades, als Mensch der Region, der mit diesem Freibad groß geworden ist kommen für mich nur Lösungen in Frage, die den Erhalt des Freibades nicht in Frage stellen sondern langfristig sichern mit verträglichen Eintrittspreisen im Freibadbereich, und zwar die Preise, die wir bisher kennen und die wir auch immer massvoll sozusagen dem Markt angepasst haben. Ist das erreichbar über diesen Weg. Das werden wir feststellen, das miteinander zu diskutieren, ob dieser Weg gangbar ist.
Ist es über diesen Weg nicht erreichbar, muss man andere Wege diskutieren.

Bleibt es bei einem kommunalen Bekenntnis, davon war die Rede, dass es auf der Strecke bleiben könnte?

Darum geht es doch überhaupt nicht, um ein kommunales Bekenntnis, ein Lippenbekenntnis
Wie ich die Satzung des Vereines studiert habe, geht es hier darum, dieses Freibad zu erhalten, auszubauen, den modernen Erfordernissen anzupassen und erschwingliche Eintrittspreise für die Menschen der Region und unsere Gäste zu garantieren. Darum geht es.
Wir suchen nach Lösungen, dass das machbar ist, denn sich hinzustellen und zu sagen, wir beschließen nun mal Geld, ist sehr schwierig und wir wissen mittlerweile, dass wir dort eine nicht unerhebliche Summe zu stemmen hätten, und auch wenn der Betrieb in der Form, in der er sich bislang darstellt, fortgeführt würde, dann das weiß jeder, der sich mit Freibädern , würde ein jährlicher Zuschussbedarf immer auftauchen. Insofern wird hier eine Idee diskutiert und sie steckt ganz am Anfang .Gibt es unter Umständen in diesem Gebiet Synergien, die andere Freibäder nicht haben, sodass es hier gelingen kann, einen kostendeckenden Betrieb zu organisieren, der, was ich glaube niemanden traurig machen würde.

Eigene Mitschrift. Anne v. Törne